28. Juni 2021
Pfeifer Group

Pfeifer schließt zweite Ausbaustufe im CLT-Werk Schlitz erfolgreich ab

Das Anfang 2020 in Betrieb genommene Brettsperrholzwerk der Pfeifer Group verdoppelt heuer plangemäß seine Kapazitäten auf 100.000 m³ jährlich. Um Abbundleistung und Produktqualität zu erhöhen, wurden kürzlich eine zweite Keilzinkung und eine komplett neue Abbundanlage installiert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 6 Millionen Euro. Zum Einsatz kommt Pfeifer CLT u.a. bei einem Mega-Holzbauprojekt in Frankfurt.

Nach arbeitsintensiven Monaten hat Produktionsleiter Sebastian Eggel dieser Tage Erfreuliches zu berichten: „Unser CLT-Werk ist auf neuestem technischen Stand. Die jüngste Auf- und Umrüstung bei den Anlagen verbessert neben dem Output auch die Arbeitsbedingungen unserer Fachkräfte in der Produktion.“ Die zweite Keilzinkungsanlage ist bereits vollumfänglich in Betrieb und bedarf bis zur bevorstehenden Leistungsabnahme nur noch finaler Optimierungen. Teil eins des neuen Abbundzentrums wurde Anfang des Jahres in Betrieb genommen, Teil zwei mit Anfang Juni hochgefahren. Anstelle des Vorgängermodells steht nun eine enorm leistungsfähige, flexible Anlage bereit, um die stark steigende Nachfrage nach Brettsperrholz zu bedienen.

Hochmodernes Abbundzentrum

Mit der Hundegger PBA Industry II setzt Pfeifer auf die fortschrittlichste Abbundanlage, die derzeit auf dem Markt zu haben ist. Als zweiter Betrieb überhaupt, der dieses Modell nutzt, gilt es wichtige Erfahrungswerte zu generieren und die technische Entwicklung an vorderster Front mitzugestalten. „Das neue Abbundzentrum erlaubt schnellere, automatisierte Prozesse und optimiert den Materialfluss in der Halle. Möglich macht dies die integrierte Plattenkosmetik, die nach der Presse in einem einzigen Schritt die gesamte Platte auf die gewünschte Qualität hin bearbeitet“, erklärt Eggel die Vorteile. Vom Plattenlager gelangen die Platten in der Folge vollautomatisch per Kransystem in die zwei Portalbearbeitungsanlagen mit jeweils einem multifunktionalen Aggregat. Ausschnitte werden direkt in der Anlage in hoher Geschwindigkeit zerspant und können somit leichter entsorgt werden. Die Bedienung erfolgt von einem Cockpit aus, in dem mehrere Kontrollbildschirme auch aus der Distanz den vollen Überblick gewährleisten.

Mehr Vorarbeit am PC, weniger Lärmbelastung

Die damit entstandene räumliche Trennung von Mensch und Maschinen verbessert die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter spürbar. Neben dem Hundegger Cockpit und dem in Vogelperspektive eingerichteten Abbundbüro ist noch ein zusätzlicher Leitstand mit Kameras geplant, um das Geschehen im Werk jederzeit im Blick zu behalten, berichtet Eggel. „Dank der hochgradigen Automatisierung der Abbundanlage benötigen wir nur einen Maschinenkontrolleur, während die anderen Mitarbeiter die Daten am PC optimieren und die Anlagen damit beschicken. Aktuell laufen die Schulungen für die neue Software.“ Auch bei der Entsorgung des Restholzes stellte Pfeifer auf eine weniger lärmintensive Lösung um: Anstatt eines Shredders zerspant künftig ein großer Hacker die Reste, die anschließend im nahegelegenen Pfeifer-Werk in Lauterbach zu Palettenklötzen weiterverarbeitet werden – gemäß der Unternehmensphilosophie „Kein Span bleibt ungenutzt“.

CLT für Studentenwohnheim in Frankfurt

Gleichermaßen begehrt sind die massiven Platten von Pfeifer bei privaten, gewerblichen und öffentlichen Bauträgern. Besonders stolz ist Bernd Gusinde, Technische Vertriebsleitung CLT, auf einen Beitrag zum nachhaltigen Wohnen für Studierende in Frankfurt: Mitten auf dem naturwissenschaftlichen Campus Riedberg entsteht derzeit ein neues Studierendenwohnheim mit 324 Wohneinheiten für Studierende und 27 Wohneinheiten für Gastwissenschaftler. Die oberen Geschosse führt die Kai Laumann Zimmerei- und Bedachung GmbH aus Wettenberg  in CLT- Holz-Bauweise aus, die auch im Inneren der Individualräume sichtbar bleibt. Mit insgesamt 3.000 m³ verbautem CLT ist das Wohnheim eines der größten CLT-Projekte Deutschlands. „Rund 85% der Brettsperrholzplatten stammen aus unserem Werk in Schlitz. Ingesamt haben wir im Zeitraum von Januar bis Mai ca. 1.335 Bauteile auf 68 LKWs geliefert“, berichtet Gusinde.

Zeichen stehen weiter auf Wachstum

Mit Fertigstellung der zweiten Ausbaustufe hat das CLT-Werk in Schlitz ein Level erreicht, auf dem vorerst Optimierungen und kleinere Projekte im Vordergrund stehen. Mittelfristig sieht die Strategie des Unternehmens jedoch einen weiteren Ausbau der Holzbaukapazitäten vor, wie Gusinde erläutert: „Wir verfolgen den enorm dynamischen Markt sehr genau. Neben der Vertiefung in unseren Kernmärkten, also dem DACH-Raum und Italien, möchten wir künftig noch internationaler auftreten. Die Zulassungsprüfungen für Frankreich wurden bereits positiv absolviert, auch in Skandinavien, Osteuropa und interessanten Überseemärkten möchten wir Fuß fassen.“

Zur Pfeifer Group

Die Pfeifer Group zählt zu den traditionsreichsten und wettbewerbsstärksten Unternehmen der europäischen Holzindustrie mit rund 2.000 Mitarbeitern an derzeit acht Standorten in Österreich, Deutschland und Tschechien. Der Firmensitz des familiengeführten Konzerns befindet sich in Imst (Tirol/Österreich). Rund 4 Mio. Festmeter Holz werden jährlich in den vollintegrierten Sägewerken der Gruppe eingeschnitten und entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu Schnittholz und Hobelware, Betonschalungsplatten, Schalungsträgern, Brettsperrholz (CLT), Brettschichtholz, verleimten Massivholzplatten sowie Palettenklötzen, Briketts, Pellets und Biostrom verarbeitet. Exportiert wird in 90 Länder weltweit, rund 90 % des Umsatzes macht Pfeifer jedoch in den europäischen Kernmärkten.

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Mit der zweiten Ausbaustufe hat Pfeifer seine Kapazitäten verdoppelt und kann nun bis zu 100.000 m³ CLT jährlich produzieren.

Bildnachweis: Pfeifer Group (Abdruck honorarfrei)

Das neue Abbundzentrum automatisiert viele Prozesse und optimiert den Materialfluss in der Halle.

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Viel Platz für geordnete Logistikprozesse: Vom Pfeifer-Werk in Schlitz wird CLT an Holzbauprojekte vor allem im DACH-Raum geliefert. 

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Rund 3.000 m³ CLT kamen beim Bau eines neuen Studentenwohnheims in Frankfurt zum Einsatz. Ca. 85% davon lieferte das Pfeifer-Werk in Schlitz.

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