6. Juli 2021
Soziale Einrichtungen der Barmherzigen Schwestern Zams

Netzwerk St. Josef in Mils setzt auf individuelle Lebens- und Beschäftigungsorte für Menschen mit Behinderung

Seit 2016 befindet sich das Netzwerk St. Josef in Mils in einem starken Entwicklungsprozess, der mit der aktiven Dislozierung der Großeinrichtung in kleine Wohnformen einhergeht. Dabei wird Menschen mit Behinderung das Leben in individuellen Wohngemeinschaften sowie ein Höchstmaß an Selbstbestimmung und Inklusion ermöglicht. Auch mit den Tagestruktureinrichtungen an verschiedenen Standorten rücken die KlientInnen weiter in die Mitte der Gesellschaft und somit in eine verstärkte Teilhabe. In Schwaz nahm kürzlich das jüngste Tagesstruktur-Projekt den Betrieb auf.

Standort in Schwaz eröffnet

Die Gestaltung eines organisierten und sinnstiftenden Tagesablaufs, der den KlientInnen Freude bereitet und sie in ihren Fähigkeiten individuell fördert, lässt sich in kleinen Gruppen und unter Einbindung der Umgebungssituation besonders gut umsetzen. In Schwaz konnte das Netzwerk St. Josef jetzt großzügige Räumlichkeiten zur Tagesbetreuung beziehen. Acht MitarbeiterInnen setzen dort seit Ende Mai mit 15 KlientInnen die täglichen Aktivitäten im Bereich Sozialraumorientierung, kreatives Arbeiten, unterstützte Kommunikation, Feste und Feierlichkeiten im Jahreskreis sowie hauswirtschaftliche Aufgaben um. Besonders wichtig ist dabei der Austausch mit NachbarInnen und der Kontakt zu Geschäften oder Firmen in der näheren Umgebung. Dadurch gelingt es die KlientInnen in das Leben vor Ort bestmöglich zu inkludieren und das gesellschaftliche Miteinander in vielen Bereichen anzuregen.

Selbstbestimmtes Leben in externen Wohngruppen

Innerhalb der vergangenen fünf Jahre ist der zukunftsweisende Prozess der Dislozierung zielstrebig vorangeschritten. Die Möglichkeit dieser Wohnform steht allen KlientInnen offen, die so leben möchten –­­ unabhängig von der Intensität der Begleitung, Assistenz und Pflege. 2016 und 2017 wurden drei Wohngemeinschaften in Hall eingerichtet, 2018 folgte der Standort in Mieders und 2019 kamen erneut zwei Wohngruppen in Hall hinzu. 2020 konnten weitere Einheiten in Baumkirchen und eine mobil begleitete Wohneinheit in Mils bezogen werden. Mittlerweile leben im Netzwerk St. Josef in dislozierten 24-Stunden-begleiteten Einheiten sowie in eigenen Wohnungen, die von AssistentInnen der Einrichtung mobil begleitet werden, 64 Menschen mit Beeinträchtigung. Am Hauptstandort in Mils werden noch 55 KlientInnen rund um die Uhr betreut. In den externen Wohnmöglichkeiten sind qualifizierte MitarbeiterInnen in allen erforderlichen Bereichen im Einsatz. Die Umsetzung von Assistenz, Begleitung, Pflege, organisatorischen Tätigkeiten, Einkäufen und Haushaltsarbeiten erfordert dabei eine gut strukturierte Aufgabenverteilung und vernetzende Kommunikation im Miteinander.

Neue Tagesstrukturstandorte für mehr Teilhabe

Der Prozess, der sich mit den Wohngemeinschaften als positive Entwicklung erwiesen hat, wurde schrittweise auch in der Tagesstruktur umgesetzt. Am Standort in Mils sind derzeit noch 86 KlientInnen aufgeteilt auf vier verschiedenen Tagesstrukturen tätig. 2020 wurden in Mieders und Volders, 2021 in Schwaz neue Einrichtungen für die Tagesbetreuung eröffnet. Die kleinstrukturierten Gruppen vor Ort bieten mehr Ruhe und bessere Übersicht sowie leichtere Möglichkeiten mit dem Umfeld in Kontakt zu kommen.

Ankommen in der Mitte der Gesellschaft

Im Vordergrund dieser aufwendigen Umstrukturierungen des Netzwerks St. Josef stehen die Inklusion und die Teilhabe. Einer Ausgrenzung oder Unsichtbarkeit von Menschen mit Behinderung in zahlreichen gesellschaftlichen Abläufen wird durch diese neuen Wohn- und Tätigkeitsbereiche nachhaltig entgegengewirkt. Die KlientInnen dürfen je nach Wunsch und Intensität bei der Bevölkerung in den jeweiligen Gemeinden ankommen. Das Kennenlernen von Nachbarn, das Entdecken der Umgebung, die Teilnahme an religiösen und kulturellen Veranstaltungen sowie das gastronomische Angebot zählen zu den Bereichen, die Begegnung, Anknüpfung und Beziehung fördern.

Gelungene Inklusion, mehr Lebensqualität

„Die Wahrnehmung von Menschen, auch mit schweren Mehrfachbehinderungen, im Alltag steigt durch die dezentralisierten Standorte und Wohneinheiten. Kontakt und Austausch ergeben sich ungezwungen, Unsicherheiten lassen sich durch alltägliche Begegnungen überwinden und somit entsteht ein gemeinsames soziales Umfeld", erklärt Mag.a Veronika Mair, Leitung Netzwerk St. Josef West, die Vorteile. Die KlientInnen benötigen eine individuelle Phase der Umstellung auf die neue Lebenssituation, die viele positive Aspekte mit sich bringt. Selbstständigkeit und Eigenverantwortung nehmen etwa durch die Haushaltsführung zu. Neue Kontakte lassen sich unkompliziert beim Einkaufen oder der eigenständigen Bewältigung von Wegen zwischen Wohnung und Tagesstruktur knüpfen. Mag.a Veronika Mair schildert positive Eindrücke: „Die KlientInnen haben Freude daran, ihre Umgebung zu erkunden, sich zu orientieren und unterwegs Gespräche zu führen. Wir nehmen aber auch wahr, dass durch die vermehrte Ruhe in den kleinen Gruppen mehr Entspannung, Intims- und Privatsphäre möglich ist. Insgesamt entsteht ein großer Zugewinn an Lebensfreude und Lebensqualität.“

Große Aufgabe

Der Dislozierungsprozess ist ein umfassendes und zukunftsweisendes Vorhaben, das viel Umsicht in der Umsetzung benötigt. Wichtige Voraussetzung sind barrierefreie Immobilien in entsprechender Größe. Durch umfassende Vernetzungsarbeit etwa mit Wohnbauträgern sowie Privatpersonen werden die Räumlichkeiten erschlossen. Auch der Orden der Barmherzigen Schwestern unterstützt mit vorhandenen Grundstücken oder Gebäuden das Projekt. Weiters bedarf es MitarbeiterInnen, die entsprechend dem KlientInnenbedarf fachliche Qualifikationen für diese Aufgabenstellung mitbringen. Geschäftsführer Dipl.-KH-Bw. Bernhard Guggenbichler betont: „Die starke multiprofessionelle Zusammenarbeit der MitarbeiterInnen des Netzwerks St. Josef bildet in allen Bereichen das Fundament, um die Gestaltung dieser entscheidenden Übergänge für die KlientInnen und ihre Angehörigen optimal vorzubereiten und umzusetzen." Die KlientInnen setzen neue Entwicklungsressourcen frei, es ergeben sich herausfordernde Situationen im Begleiten von Ablösungs- und Verabschiedungs- sowie Neufindungsprozessen. Auch der Vorgang der Gruppenfindung muss mit sehr viel Kompetenz und Feingefühl begleitet werden. Persönliche Interessen, Präferenzen hinsichtlich MitbewohnerInnen, Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Pflegeaufwand fließen in die Abwägung der besten Lösung für die KlientInnen mit ein. Ebenso sind der regionale Bezug und bestehende Kontakte wichtige Kriterien, die entscheidend zum Wohlfühlen in der neuen Lebenssituation beitragen.

Soziale Einrichtungen der Barmherzigen Schwestern Zams Betriebs GmbH

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Das respektvolle Miteinander und die eigenverantwortliche Gestaltung des eigenen Wohn- und Lebensraumes prägen den Tagesablauf in den unterschiedlichen Wohn- und Beschäftigungsformen im Netzwerk St. Josef in Mils.

Bildnachweis: SE Barmh.Schw.Zams/ studio 22 - marcel hagen (Abdruck honorarfrei)

Mit den dislozierten Wohngruppen und Tagesstrukturen wird die Sozialraumorientierung der KlientInnen gefördert. Sie kommen mit Nachbarn und AnwohnerInnen der jeweiligen Gemeinden in Kontakt und können zu einem wahrnehmbaren Teil der Bevölkerung werden.

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Ein Höchstmaß an Selbstbestimmung, eigenverantwortlicher Lebensführung und Inklusion bedeuten einen Zugewinn an Lebensfreude und mehr Lebensqualität für Menschen mit Behinderung.

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In den kleinen Wohngemeinschaften, wie in Schönegg in Hall, finden KlientInnen vermehrt die Möglichkeit ihre Zeit frei zu gestalten und einer Lieblingsbeschäftigungen in Ruhe nachzugehen.

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Die KlientInnen erkunden von professionellen MitarbeiterInnen begleitet die Umgebung der neuen Lebens- und Beschäftigungsorte, um aktiv und bestmöglich in das gesellschaftliche Miteinander inkludiert zu sein.

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In der neuen Tagesstruktureinrichtung in Schwaz werden die KlientInnen individuell begleitet und in einen kreativen und aktiven Ablauf eingebunden. Sie werden vom professionellen Team in vielen Bereichen dabei unterstützt mitten in der Gemeinde anzukommen.

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Durch die Umstrukturierung des Netzwerks St. Josef in dezentralisierte Standorte und kleine Wohneinheiten rücken die KlientInnen weiter in die Mitte der Gesellschaft und auch in mehr Selbstständigkeit und Teilhabe.

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