Bereits 1826 boten die klösterlichen Mauern des Schulgebäudes jungen Mädchen aus dem Dorf eine Chance auf höhere Bildung. Wo damals eine einzige Ordensfrau unterrichtete, arbeiten heute etwa 90 PädagogInnen und Hort-Assistentinnen. „Die katholische Bildungsanstalt hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt“, erklärt Generaloberin Sr. Dr. M. Gerlinde Kätzler und berichtet: „Gemeinsam mit unserem engagierten Lehrkörper erweitern und verbessern wir das Ausbildungsangebot laufend“.
Inzwischen genießen die Katharina Lins Schulen einen außerordentlich guten Ruf – auch über die Landesgrenzen hinaus. Die Gründe dafür sind das hohe Ausbildungsniveau, praxisbezogene Unterrichtsmethoden und teils einzigartige Bildungsmöglichkeiten. Zudem schätzen Jugendliche und LehrerInnen die familiäre Atmosphäre. Für die Aufnahme in die einzelnen Schulen, müssen BewerberInnen gewisse Kriterien, wie Notenschnitt, persönliche Gespräche (ORG) oder eine Eignungsprüfung (BAfEP), erfüllen. Die Neue Praxismittelschule kann kommendes Schuljahr 26 Erstklässler aufnehmen, die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik insgesamt 67. Im Gymnasium sind es jährlich etwa 50 neue Schülerinnen und Schüler.
Mädchen zwischen 14 und 19 Jahren aus anderen Tiroler Bezirken und Bundesländern profitieren vom Betreuungsangebot der Katharina Lins Schulen. „Für viele Jugendliche ist die Ausbildung nur aufgrund des Internats möglich“, weiß Leiterin und Obfrau des Schulvereins Sr. Birgit Hammerle. Momentan leben 132 Mädchen im Wohnheim. Auch vier Burschen nutzen das Angebot. Die klare Tagesstruktur, das eigenverantwortliche Handeln und die gegenseitige Unterstützung sind ein großer Vorteil für die SchülerInnen.
Die Neue Praxismittelschule, das Oberstufenrealgymnasium und die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik folgen einem gemeinsamen Leitbild: Sie fördern die einzigartigen Fähigkeiten junger Menschen. Dieser pädagogische Ansatz geht auf den Hl. Vinzenz von Paul – den Gründer der Barmherzigen Schwestern – zurück. Noch heute trägt und verwaltet ebendiese Ordensgemeinschaft die Katharina Lins Schulen. Somit ist das Schulgebäude zugleich die Heimat der geistlichen Schwestern in Zams.
Vor fast 200 Jahren unterrichtete die gebürtige Zammerin Katharina Lins erstmals Krankenpflege-Schülerinnen aus dem Dorf in ihrem Haus. Nach der Ausbildung bei den Barmherzigen Schwestern in Straßburg kehrte sie als Sr. Josefa Nikolina nach Zams zurück und gründete dort eine Ordensgemeinschaft. Ab 1826 führte sie offiziell eine Bürgerschule, die heutige Praxismittelschule. Die Mission der geistlichen Schwestern war es, junge Mädchen auszubilden und den Armen und Kranken zu helfen. Werte, an denen sich der Orden als Schulhalter nach wie vor orientiert. Darüber hinaus verwaltet das Mutterhaus in Zams verschiedene soziale Einrichtungen wie beispielsweise das Krankenhaus St. Vinzenz.
Ursprünglich waren die pädagogischen Einrichtungen der Barmherzigen Schwestern eine Bildungschance für junge Mädchen. 2010 öffneten die höheren Schulen (ORG und BAfEP) erstmals ihre Türen für Burschen und brachen damit eine lange Tradition. Seit dem Schuljahr 2014/15 sind auch an der Neuen Praxismittelschule beide Geschlechter willkommen. „Es ist uns wichtig, das Bildungsangebot für alle Jugendlichen zu öffnen“, erklärt Gerneraloberin Sr. Dr. Maria Gerlinde Kätzler. Die Schwerpunkte im Gesundheits- und Sozialbereich, Musik und die Elementarpädagogik sprechen immer mehr junge Männer an. Insgesamt zählen Praxis-NMS, ORG und BAfEP 40 Schüler und 464 Schülerinnen.
Abwechslungsreicher Unterricht, Musik und Gesang sowie viele Praxisstunden kennzeichnen die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik. Nach der fünfjährigen Ausbildung mit Matura können AbsolventInnen direkt als PädagogInnen arbeiten. Der zugehörige Praxiskindergarten und -hort bereiten die SchülerInnen optimal auf den angestrebten Beruf vor. Gleichzeit erlangen sie die Hochschulreife, die ihnen den Zugang zu Universitäten und anderen Berufssparten gewährt.
Als einzige Bildungsanstalt in West-Österreich führt die BAfEP seit dem Schuljahr 2019/2020 zusätzlich eine dreijährige Fachschule für pädagogische Assistenzberufe. Jugendliche vom Tiroler Unterland bis nach Vorarlberg nutzen dieses Ausbildungsangebot in Zams. Aktuell unterrichten an der BAfEP mehr als 40 PädagogInnen etwa 255 SchülerInnen.
Das Oberstufenrealgymnasium der Katharina Lins Schulen ist eine allgemeinbildende höhere Schule. In vier Jahren Ausbildungszeit spezialisieren sich SchülerInnen entweder im medizinisch-sozialen oder musischen Bereich. In beiden Fällen bildet die Matura den Abschluss. Im Mittelpunkt des Unterrichts stehen Sozialkompetenz sowie Kreativität und Talente der Lernenden. Das Gymnasium zählt 27 PädagogInnen und rund 140 SchülerInnen, großteils aus den Bezirken Landeck, Imst und Reutte.
Auch die Neue Praxismittelschule der KPH-Edith Stein gehört zu den Katharina Lins Schulen. In Kooperation mit dem St. Vinzenz Hort bietet die PNMS eine spezielle Form der Ganztagesbetreuung für 10 bis 14-Jährige an. Ein Schultag besteht aus Unterrichts- und Lernzeit sowie Mittagspausen inklusive Verpflegung. Dieses Betreuungsmodell wird durch einen Hortversuch des Landes Tirol ermöglicht. Während der Mittagszeit, Lernphasen und der Freizeit betreuen HortpädagogInnen die Jugendlichen. Am Nachmittag können interessierte SchülerInnen an verschiedenen Unverbindlichen Übungen teilnehmen. Aktuell besuchen rund 100 Mädchen und Burschen die Ganztagesschule, die etwa 18 Lehrpersonen beschäftigt.
Weitere Infos unter www.katharinalinsschulen.at
Sr. Birgit Hammerle
Obfrau des Schulvereins
Klostergasse 8
A-6511 Zams
T +43 5442 62870 55
sb.hammerle@mutterhaus-zams.at
www.katharinalinsschulen.at
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Heute arbeiten etwa 90 PädagogInnen und Hort-Assistentinnen in den Katharina Lins Schulen. v.l.: Generaloberin Sr. Dr. M. Gerlinde Kätzler, Mag. Helene Bouacem (Dir. BAfEP), Prof. Thomas Stecher, BEd (Dir. Praxis-NMS), Mag. Dr. Helga Noflatscher-Posch (Dir. ORG), Sr. Birgit Hammerle (Obfrau des Schulvereins)
Bildnachweis: Katharina Lins Schulen / Alexandra Rangger (Abdruck honorarfrei)