28. April 2016

Österreichischer Kommunikationstag

Einer Beobachtung ist ja zu 100% zuzustimmen: Die Riege der Entscheidungsträger ist nach wie vor äußerst männlich geprägt. Es gibt allerdings eine große Ausnahme: Die PR- und Kommunikationsbranche.

Autor: Roman Polak

Der österreichische Kommunikationstag ist offensichtlich fest in weiblicher Hand. Auf einen Mann kommen (gefühlt) zwei Frauen. Schöne, verkehrte Wirtschaftswelt. Spezialistinnen (aber natürlich auch Spezialisten) aus Pressestellen, PR-Abteilungen und Agenturen sind in Wien zusammen gekommen, um Referaten zum Thema „Krise als Chance“ zu lauschen. Fast verschämt entschuldigen sich zwei Vortragende, die für die ausgefallen Kommunikationschefin der ÖBB einsprangen mit dem vorauseilenden Kalauer „Es braucht offenbar zwei Männer, um eine Frau zu ersetzen.“ Durchaus was Wahres dran … Und die Vorträge? Durchaus aufschlussreich. Interessante Protagonisten bevölkern die Bühne – hier scheinen eher wieder die Herren der Schöpfung in der Überzahl. Darunter David Tomchak, Head of Digital Communication der britischen Regierung, der als Keynote-Speaker die digitale Strategie des British Government erörterte. Und gleich eine urbritische Qualität demonstriert, nämlich punktgenauen, messerscharfen Humor. Von welchem öffentlichen Vertreter aus unseren Breitengraden könnte man erwarten, dass er eine seiner Folien mit einem solchen Zitat gestaltet: „Big data is like teenage sex: everyone talks about it, nobody really knows how to do it, everyone thinks everyone else is doing it, so everyone claims they are doing it ... (Dan Arlely)“. Andere Baustelle: Christian Garrels, PR-Chef beim ADAC, skizzierte kurz und griffig, wie man aus den Trümmern eines medialen Super-GAUs auferstehen kann. In Summe alles hörenswert, Wiederbesuch angedacht. Die knappste der bleibenden Erkenntnisse: 6 bis 8 Sekunden. So lange dauert laut Experten mittlerweile das optimale Webvideo für den Social Media Bereich. Und Schluss.