10. März 2016

ITB 2016: Digital Change als beherrschendes Thema

Zu Besuch auf der Internationalen Tourismusbörse, der weltweiten Leitmesse der Tourismusbranche.

Autor: Roman Polak

Mehr als 10.000 Aussteller aus 187 Ländern. 120.000 Fachbesucher. Geschätzer Umsatz: 7 Mrd. Euro. Die ITB ist zu ihrem 50. Jubiläum ohne Zweifel der Dreh und Angelpunkt der weltweiten Reise- und Tourismuswirtschaft. Das augenscheinliche Leitthema der Messe: Der digitale Wandel. Das Thema beherrscht die Reiselandschaft. Neue Vertriebswege, digital Storytelling, Big Data usw. – eine allseitige Getriebenheit durch den technologischen Wandel markiert die Grundstimmung der Damen und Herren Vertriebspersönlichkeiten aus aller Herren Länder. Am Stand der Österreich Werbung lässt es sich am fassbarsten Eintauchen in die neuen Möglichkeiten. Besucher erhalten Einblick, wie Tourismusmarketing der Zukunft aussieht: Occulus-Rift-Brillen zaubern faszinierende 3-D-Bilder von Bregenzerwälder Almlandschaften und ostösterreichischen Weingärten vor die Augen. Im doppelten Sinne schwindelerregend – die Motive wirken wie Live-Eindrücke, der Körper fühlt sich an wie bei hohem Wellengang. Auf der eTravel-World tief im Bauch des Messeareals vermitteln internationale Player: Wer sich jetzt nicht anschnallt, fliegt raus aus der digitalen Kurve. Apps, Mobile-Websites, Social Networks und Blogs – ohne scheint ein Existieren gar nicht mehr möglich, wenn man den verschiedenen Vorträgen im dicht gedrängten Auditorium lauscht. Jan Schmirmund, Social Media Chef der DTG, referiert über Transmedia Storytelling. In vielen Vorträgen verdichtet sich die Einsicht, dass Influencer-Marketing der Weisheit letzter Schluss ist, professionelle Videos die einzige Chance zum Markt-Überleben zu sein scheinen und die Welt offenbar nur noch von nachhaltigen lebenden „Smart Travellers“ bereist wird. Manche Vortragsthemen dürften vom höchsteigenen kommerziellen Interesse der Referenten motiviert sein. Dennoch bleibt ein Eindruck: Es hat sich etwas zusammengebraut, an dem kein Weg mehr vorbeiführt. Manche Dinge bleiben dann aber doch immer gleich. Zum Abschluss trifft man sich am ÖW-Stand, alle anderen Hospitalities haben bereits geschlossen. Hier wird ausgiebig weiter genetzwerkt, gegessen und mitunter zu viel getrunken. Die Österreicher verstehen ihr Geschäft nach wie vor ganz klassisch.